Direktes Drum-Sampler-Spiel versus Sample-Import in e-drum-Expander

Thu Jul 17, 2025 1:30 pm
#1
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Man liest heutzutage so einiges über (DIY)-Sample-Expander als Modul- oder VST-Ersatz. Die Werbeversprechen und Feature-Listen klingen zumeist voluminös. Man sollte sich allerdings nicht täuschen lassen: das ist nätürlich kein wirklicher VST-e-Drumming- und DAW-Ersatz, und auch klanglich ist es mit irgendwelchen billigen DACs lange nicht auf Augenhöhe mit einem guten Audio-Interface.

In einer fähigen DAW wie Reaper (was gerade mal lächerliche $60 kostet und für alle Unschlüssigen und Zahlungsverweigerer als unlimitierte Demo kostenlos funktioniert) habe ich äußerst leistungsstarke Möglichkeiten:

1. unerreichte Möglichkeiten in Sachen Echtzeit-Midi-Editierung

2. Routing-Optionen in allen erdenklichen Richtungen (ob Midi oder Audio, z.B. Busse, Sends, usw.)

3. Anwendung meiner Lieblings-Audio-Plugins (ich könnte niemals leben ohne z.B. meine favorisierten EQ-Tools, Kopfhörerklang-Optimierer, Reverbs, Punch-Geber und Lautmacher und bei Spiel über Speaker ohne meine Room-Correction-Tools, welche einen Klang-Unterschied wie Tag und Nacht ausmachen)

4. Play-Along-Optionen: Üben/Spielen zu taktquantisierten Loops, zu "time-strechted" ( = langsamer gemachtes) Audio und Video

5. komfortable Drum-Recording-Optionen, einschließlich Drum-Midi-Editierung

6. E-Drum-Engines mit Umschalt-Funktionen (wie z.B. Snare-Wires-Off, virtuelles Hihat-Drop-Clutch, Double-Kick-Sound für Single-Kick-Pads, usw...) oder "advanced" Engines wie Links/Rechts-Hand-Unterscheidung und stufenloses Mitte-zu-Rand-Positional-Sensing

7. Angenehm großer Bildschirm ( ➜ "the screen is my music stand" The benefit of the (large) screen when playing e-drums ❗️ 😊👉 )

Es gibt einiges mehr; das ist erstmal nur das Wichtigste.

Dies alles kann so ein Expander-Kästchen natürlich nicht leisten, und von daher ist die Frage, ob man sich so unangenehme Arbeit wie Sample-Export/-Import (welcher übrigens aufgrund von eventuellem komplexem Humanizing oder dynamischen Audio-Effekten des Original-Drum-Samplers auch niemals eine wirkliche 1:1-Übersetzung liefern wird) überhaupt antun möchte, vor allem, wenn man bedenkt, daß man schon für 500€ (vielleicht sogar weniger) ein komplettes Software-Drumming-Paket bekommt: gebrauchter M1-MacMini + (gebrauchtes) "Motu M2"-Audio-Interface + (gebrauchter) Bildschirm.

Und das Märchen mit "Much lower latency compared to using a computer setup" kann man auch komplett vergessen. Das ist Augenwischerei. ( -> mit dem genannten Motu-Gerät ist man mit nicht mehr als 2ms ASIO-Output-Latenz am Start.)

Und die Mär vom Computer-Absturz auf der Bühne kann man ebenfalls vergessen: Ein fähiges System stürzt nicht ab; ich hatte in meiner gesamten Zeit, die ich VST-e-Drumming gewidmet habe (und das ist wirklich viel!) noch nie einen computerbedingten Ausfall beim Spielen.

Und wenn man für VST-Sample-Export einen Computer benutzt, hat man ja sowieso schon einen Computer am Start, der eventuell auch das direkte und originale Drum-Sampler-Echtzeit-Spiel leisten kann.
Andernfalls kann ich Drum-Sample-Library-Herstellern nur raten, die Augen offenzuhalten, denn der unliebsame bzw. unbequeme und arbeitsaufwändige Export-/Import-Vorgang könnte durch illegales "exported Drum-Library-Sharing" übersprungen werden.


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